Aufstieg zum Lac de Nino – Plateau du Camputile am Fernwanderweg GR 20

Achterbahn der Gefühle

Lac de Nino, Korsika, Berge, Wald, Klettern, Bergtour
Lac de Nino

Voller Vorfreude sind wir quer über die Insel, vom Osten zum Nord-Westen gefahren, um zu unserem Startpunkt für die Wanderung zu gelangen. Zwischendurch haben wir immer wieder halt gemacht, um ein paar Fotos zu schießen. Besonders gut gefallen hat uns die urige Steinbrücke Pont d’Altiani die über einen Fluss führte. Von Corte (1755 bis 1769 die Hauptstadt der Insel) waren wir etwas enttäuscht. Der Ort hatte nicht viel Charme, da überall große Betonbauten das Ortsbild zerstörten. 

Tourlink

An dieser Bücken mussten wir halten. Sie bot ein malerisches Bild in der grünen Landschaft.

 

Je näher wir unserem Startpunkt kamen umso imposanter wurde die Umgebung.

 

Am Forsthaus Poppaghia (1076m) ging dann endlich unsere Wanderung los. Zu Beginn liefen wir durch einen Fichtenwald, stetig bergauf und es war von Anfang an kein Spaziergang. Hier war auch wieder festes Schuhwerk erforderlich, denn der Weg war steinig. Hin und wieder trafen wir auf Kühe, die mitten im Wald standen und uns neugierig anschauten. Sie hielten uns wahrscheinlich für ganz merkwürdige Exemplare.

 

 

Immer wieder mussten wir größere Felsen und umgestürzte Bäume überqueren. Oder mal einen kleinen Bachlauf, der seinen Ursprung im Nino-See hat. Aber das war im Gegensatz was noch kommen sollte der reinste Kindergarten. 

 

 


Auf einem glitschigen Stein, der nass vom Bach war, rutschte ich aus und landete unsanft auf meinem Allerwertesten und machte noch eine unfreiwillige Rutschpartie nach unten. Gut, dass Matthias die Kamera nicht so schnell am Start hatte und Euch der Anblick erspart bleibt. 

 

Nach ca. 1 Stunde kamen wir zu der verlassenen Bergerie de Colga (ein einfaches Steinhäuschen, 1411m), wo früher Schäfer in den Bergen ihren Schlafplatz hatten. Ich war schon völlig durchschwitzt und hoffte, dass wir das Schlimmste hinter uns hatten. Was sich aber recht schnell als Irrtum herausstellte. 

 

Vor uns ragte ein riesiger Berg in die Höhe und ich dachte, wenn wir den überwunden haben, sind wir am Ziel. In der Mitte trafen wir auf ein deutsches Ehepaar, das auf dem Rückweg war und wir fragten, wie lange es noch bis zum Ziel wäre. Die Frau schaute mich mitleidig an und meinte ...“ich sage es ja wirklich nicht gerne aber der schlimmste Aufstieg kommt erst noch. Von hier aus braucht ihr noch mindestens 1,5 Stunden.“ Zähneknirschend kletterten wir weiter und als wir oben ankamen sahen wir, was das Paar meinte. 

 

Vor uns ragte wieder ein Berg in die Höhe und mein Mut sank. Wir kletterten und kletterten. Der Ausblick der sich uns bot war wunderschön aber so richtig konnte ich ihn nicht genießen. Mir tat alles weh, besonders mein linkes Knie. Matthias fragte mich immer wieder ob wir umkehren sollten aber mein Dickkopf trieb mich an. Ich wollte nicht, dass die ganzen Strapazen umsonst waren. Also biss ich die Zähne zusammen und machte einfach weiter. 

 

Nach einer Weile trafen wir wieder auf Leute die uns sagten, zum Ziel seien es noch ungefähr 45 Minuten. Da musste ich mich hinsetzen. Ich dachte, dass wir noch höchstens 10 Minuten benötigen. Matthias fragte wieder ob wir Kehrt machen sollen und ich war kurz davor „ja“ zu sagen. 45 Minuten hören sich vielleicht nicht viel an ... aber in den Bergen mit schwindender Kraft ist das eine sehr lange Zeit. Ich riss mich jedoch zusammen und wir kletterten weiter. Gott sei dank, denn der Mann behielt nicht recht. Nach 10 Minuten trafen wir einen Franzosen, der mir auf englisch Mut zusprach und mir versicherte, dass wir in 5 Minuten unser Ziel erreichen würden. Er erzählte mir, dass es wunderschön wäre. Angespornt von seinen Worten nahmen wir die letzte Etappe und erreichten endlich das Gipfelkreuz des Bocca à Stazzona (1762 m). Was uns erwartete war ein grandioser Blick auf den Lac de Nino. Sogar Wildpferde grasten in dieser Hochebene. Es war das reinste Paradies. Wir saßen noch eine Weile dort oben und ließen die Eindrücke auf uns wirken. Es war schon ein gutes Gefühl, man fühlte sich da oben ein Stück freier als in der normalen Zivilisation. Noch ein paar Selfis am Gipfelkreuz und schon machten wir uns wieder auf den Rückweg. Für den Abstieg benötigten wir 2 Stunden, das war aber halb so wild.

 

Bei der Heimfahrt dämmerte es bereits und wir waren ziemlich kaputt aber sehr glücklich.

 

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Kommentare: 4
  • #1

    Roswitha (Dienstag, 14 Februar 2017 08:52)

    Hallöchen,
    ihr inspiriert nicht nur mit euren Rezepten, auch eure Bilder und Berichte von den Reisen sind sehr interessant!
    Da bekommt man so Lust zum Starten, da erwachen jahrzehnte lange Sehnsüchte.
    Ich hoffe wir schaffen diese Jahr mal einen Anfang. Wißt ihr wo man günstig ein Wohnmobil kaufen oder ausleihen kann? Woher bekommt man Beschreibungen interessanter Routen? Ihr stellt die sicherlich selbst zusammen.
    Für ein paar Tipps wäre ich dankbar....oder stehen die alle in den Texten, habe noch nicht alles gelesen.
    Wir sind auf diesem Gebiet noch sehr unbeholfen:)

    Liebe Grüße, Roswitha

  • #2

    Matthias (Mittwoch, 15 Februar 2017 08:17)

    Hallo guten Morgen Roswitha,
    danke schön ;-)
    Zu dem Thema Wohnmobile kann ich nicht wirklich was sagen, da wir es bis dato immer so
    gemacht haben, das wir uns ein Mobile Home vor Ort auf einem Campingplatz gemietet haben, der so zentral liegt das wir die Spots alle gut mit dem Auto erreichen konnten.
    Was aber vielleicht mal einen Blick wert ist, wären Portale in dem auch Privatpersonen ihre Wohnmobile vermietet. Schau mal hier...https://paulcamper.de oder hier https://www.shareacamper.de
    Ich persönlich finde ein Wohnmobil schon wieder zu groß je nach dem wo man rumfährt wird das schon eng auf den Strassen.
    Deswegen schau ich seit einiger Zeit nach einem gut gebrauchten VW T5 California, der ist kompakt, hat aber alles was wir für unsere Touren benötigen.

    Was die Routen angeht, stellen wir die immer selbst zusammen. Oft schau ich erst mal bei Google Bilder was mir so gefällt und was ich fotografieren möchte und dann wir der Plan danach ausgerichtet. Ab und an ist es auch gut mal bei YouTube nach dem Zielregion zu suchen, den so hat man recht kompakt nen Überblick was alles möglich ist. Für Korsika hab ich mir sogar ne Bildergalerie angelegt, damit ich da ab und noch mal schauen kann was wir schon gemacht haben.

    Hoffe ich konnte dir etwas weiter helfen...
    Wünsch dir nen schönen Tag

    LG Matthias

  • #3

    Roswitha (Mittwoch, 15 Februar 2017 09:18)

    Lieber Matthias,

    und ob du mir weitergeholfen hast.
    Ganz herzlichen Dank für die vielen guten Ratschläge, die ich mir ausdrucken werde.
    Mal schauen, wie wir die Tipps umsetzen könnten.
    Für uns ist es wichtig, dass wir unsere halbe Küche dabei haben, weil wir auch im Urlaub viel Wert auf unsere gewohnte vollwertige Bio-Ernährung legen, da wäre auch der Tipp mit dem VW T5 California zu überdenken.

    Herzliche Grüße, Roswitha

  • #4

    Matthias (Mittwoch, 15 Februar 2017 11:42)

    Hallo Roswitha,

    das freut mich zuhören.
    Ich kenn die Gedanken, weil wir uns ja auch in jedem Urlaub selbst versorgen, haben wir immer 2-3 Klappkörbe mit allem was wir so zum kochen brauchen dabei. Deswegen ist auch mein Kombi immer gut beladen wenn es los geht.
    Deswegen auch diese Mobil Homes da dort ne komplette Küche drin ist, das man nur noch nen Vitamix mit nimmt und fertig ;-)
    Muss aber auch dazusagen das es inzwischen schon viele Dinge gibt die man auch Vorort kaufen kann.
    Bio ist auch in Frankreich inzwischen ein Thema somit lässt sich da bestimmt mit etwas Glück einiges finden.

    Mir gefällt halt der Gedanke bei dem T5 auch einfach mal spontan am Donnerstag sich in Auto zu setzten und einfach drauf los zufahren, da man ja alles dabei hat was man benötigt. Und sogar zum schlafen fast überall parken darf.

    LG Matthias

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