Wasserfall Piscia di Galli

Warm Up für unsere Bergtour

Serra di Fiumorbo, Korsika, Berge, Wald

Gestern waren wir wandern am Wasserfall Piscia di Galli im Alta Rocca-Gebirge. Laut Reiseführer sollte dieser Ort an den Yosemite Nationalpark in Amerika erinnern. Und was soll ich sagen, das war richtig. Nach einer sehr kurvenreichen Autofahrt kamen wir an und mir war erst mal übel. So viele Kurven vertrage ich nicht. Es gibt einen offiziellen Parkplatz, der kostet 3 Euro am Tag. Wir hielten etwas oberhalb kostenlos. Am Auto haben wir uns erst etwas gestärkt und dann ging es los. Wir gingen erst mal eine Weile immer bergab durch einen Nadelwald und mir schwante böses, da wir hier am Schluss wieder rauf zum Auto mussten. Nach der Überquerung eines kleinen Flusses veränderte sich langsam das Landschaftsbild.

 

Es wurde immer steiniger. Hier und da lagen große Felsbrocken und es ging kurz bergauf. Aber was uns hinter der Anhöhe erwartete war unglaublich schön. Wir sahen eine Felsschlucht und ein Fluss bahnte sich seinen Weg hindurch. Es gab keinen richtigen Weg runter zum Fluss aber man konnte gut hinunter klettern.  

 


Flusslauf, Korsika, Ruhe

Auch wenn man kein geübter Kletterer war. Sogar Kinder waren zu sehen, die mit ihren Eltern den Weg nach unten nahmen. Das motivierte uns und wir begaben uns abwärts. Wir hüpften von Stein zu Stein und irgendwann waren wir unten und Matthias konnte tolle Aufnahmen vom Fluss machen. Jetzt mussten wir wieder hoch. Wir suchten halt in Steinmulden oder zogen uns an Baumwurzeln hoch. Matthias leuchtete richtig. Das war die Action, die ihm gefiel. Ein richtiger Junge eben. Aber auch in mir kam das Kind wieder zum Vorschein. Sich durch die Felsen zu hangeln, ziehen und drücken machte mir riesigen Spaß. Oben wieder angekommen erwartete uns ein grandioser Ausblick, der wirklich an den amerikanischen Nationalpark erinnerte.

 

Schroffe Felsen ragten in die Höhe, vereinzelt waren Nadelbäume auf den Felsvorsprüngen zu sehen. Auf 700 Metern Höhe hatte man einen wahnsinns Blick ins Tal und man konnte sogar das Meer sehen. Das Highlight dieser Tour sollte ein Wasserfall sein, der 70 Meter in die Tiefe rauscht, also machten wir uns wieder auf den Weg. Wir kamen an einem Aussichtspunkt an, der des obere Drittel des Wasserfalls erspähen lies. Nun war wieder klettern angesagt. Wir stiegen ca. 10 Minuten in die Tiefe, bis wir von unten die ganze Pracht des Wasserfalls auf uns wirken lassen konnten. Hier blieben wir eine Weile auf einem Brocken sitzen und Matthias machte Fotos mit Langzeitbelichtung. Das Hochklettern machte wieder richtig Spaß. Wir konnten jeden Muskel spüren. 

 

Wir nahmen den gleichen Weg zurück und erkundeten noch etwas ausgiebiger die Umgebung. Wir kletterten jetzt Felsen hoch, die wir anfangs nur betrachtet hatten. Es war wirklich ok. Ältere Menschen und Kinder kletterten. Und es lohnte sich. Wir bekamen eine Aussicht, die uns von unten verschlossen geblieben wäre. Wie Kinder erkundeten wir die Gegend. Ständig rief ich nach Matthias, wenn ich was neues Entdeckt hatte und umgekehrt. 

 

Korsika, Berge, Wald

Als es spät wurde, machten wir uns wieder auf den Rückweg und voller Adrenalin, war das befürchtete bergauf laufen kein Problem. Wir wählten noch eine andere Route für den Heimweg, damit wir nicht das gleiche zu sehen bekamen und hielten ab und an in einer Haltebucht, um die von der Abendsonne angeleuchteten Berge zu fotografieren. Es war ein toller Tag. Voller Action und atemberaubenden Eindrücken.

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Moni (Dienstag, 13 September 2016 22:23)

    Was für ein grandioses Erlebnis. Ich wünsche euch noch viele solcher Abenteuer.

  • #2

    Inka (Genuss-Nomaden) (Dienstag, 20 September 2016 15:49)

    Vielen Dank liebe Moni :-)

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